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DIE SKI BIBEL

DIE EINSPRITZUNG

Das zweite Kapitel dieses Werks befasst sich mit dem grundlegenden Produktionsprozess eines Skischuhs: der Einspritzung. Dies ist ein sehr bedeutender und filigraner Schritt bei der Skischuh-Herstellung. Er ist sehr komplex und entscheidet über die Qualität des Skischuhs. Das gewählte Einspritzverfahren ist für die Kategorie verantwortlich.
Das Drucken und Einspritzen sind industrielle Produktionsverfahren, bei denen das Kunststoffmaterial geschmolzen und mittels Industriepressen komprimiert in eine Form gegossen wird. Dazu wird ein spezielles Granulat in einen Trichter gegossen. Die kleinkörnige Masse wird an einer speziellen Heizvorrichtung entlanggeleitet. In dieser Phase findet der Schmelzprozess des Granulats statt, das sich währenddessen zu einer flüssigen Kunststoffmasse verwandelt. Diese liquide Masse wird in den entsprechenden Hohlraum einer Form geleitet, bis dieser von ihr vollständig ausgefüllt wird. Sobald der Kunststoff fest geworden ist, hat er die Form entsprechend angenommen. Dieser erste Schritt erfordert ein Höchstmaß an Präzision, eine äußerst akkurate Vorgehensweise und ein hohes technisches Geschick. Der Skisport ist eine der am stärksten von äußeren Bedingungen abhängigen Sportarten. Das hat zur Folge, dass enorm viele unterschiedlichen Variablen berücksichtigt werden müssen. Der Produktionszyklus jedes für den Skisport bestimmten Ausrüstungsgegenstandes, muss exakt definiert werden.

Skifahrer sind großen Temperaturschwankungen und extremen Klimabedingungen ausgesetzt. Beide Faktoren müssen bei der Materialauswahl, die bei Skischuhen eingesetzt werden, bedacht werden. Sie müssen bestimmte Kriterien erfüllen und sehr spezifische Eigenschaften aufweisen. Jedes Skischuh-Modell hat seine eigene spezifische Steifigkeit (Flexindex). Die darf sich selbst bei den kältesten Wintertemperaturen nicht verändern. Aus diesem Grund analysiert und testet unser Forschungs- und Entwicklungsteam aufwändig und akribisch unzählige Kunststoffarten, bevor es die am besten geeigneten und hochwertigsten Materialien für jedes einzelne Skischuh-Modell entsprechend auswählt.
Die sorgfältige Auswahl der besten Polymere und die Raffinesse der Einspritztechnik legen den Grundstein für die unterschiedlichen Schalenkonstruktionen, die auf die spezifischen Bedürfnisse unterschiedlichster Skifahrer abgestimmt sind.
Um dieses innovative Verfahren von Nordica zu erläutern,
ist es zunächst wichtig, die Schale in zwei größere Kategorien zu unterteilen:
mono-injiziert und bi-injiziert.

MONO-INJECTION

Mono-Injection bedeutet, dass eine einzige Kunststoffart und -dichte für die Herstellung der Skischuh-Schale verwendet wird. Diese ist für eine Reihe von Eigenschaften verantwortlich: Temperaturbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Haltbarkeit. Unsere Kollektion umfasst mehrere Mono-Injected-Kategorien. Anpassungen, die nach der Herstellung des Skischuhs vorgenommen werden sowie die zusätzlichen Ausstattungsdetails, machen den Unterschied. Sie verleihen dem Skischuh seine spezifischen Eigenschaften. Um verschiedene Könnerstufen bedienen zu können, werden die Details und Eigenschaften bewusst gewählt, kombiniert und auf die unterschiedlichen Zielgruppen abgestimmt. Die kleinen, aber feinen Unterschiede von einer Serie zur anderen, sind spürbar. Sie hängen mit der Dicke des Kunststoffs, dem Volumen und der inneren Geometrie der Skischuh-Schale zusammen.

DOBERMANN GP VS THE CRUISE

Ein praktisches Beispiel, das die Komplexität der gleichen Entwicklungstechnik verdeutlicht, ist der Unterschied zwischen dem Dobermann GP und dem The Cruise. Der Dobermann GP ist ein vom Rennsport inspirierter Skischuh, dessen Ästhetik an die Modelle angelehnt ist, die unsere Athleten im Weltcup tragen. Allerdings sind sie für einen vielseitigeren Pisteneinsatz modifiziert. Aber Fakt ist, dass die gesamte Serie für performance-orientierte Skifahrer entwickelt wurde, die sich dem Rennsport verschrieben haben und ein dynamischeres, progressiv abgestimmtes Set-up wünschen. Die Leistenbreite beträgt nur 98 mm und die Passform ist generell recht sportlich – sie ermöglicht eine extreme Präzision in jeder Schwungphase. Darüber hinaus ist er mit stimmigen und effizienten Technologien ausgestattet, die ebenfalls auf die Bedürfnisse des Rennsports ausgerichtet sind und für bessere Performance sorgen. Dazu gehören beispielsweise unser Full Motion Pivot, ein Schraubsystem, das dem Skifahrer ermöglicht, die Manschette um wenige Millimeter zu justieren und individuell einzustellen, und der Power Strap von 60 mm, dessen Elastizität und Widerstand die progressive Gewichtsverteilung bei hoher Geschwindigkeit erleichtern.
Auf der anderen Seite ist unsere The Cruise Skischuh-Kollektion - unabhängig von der mono-injizierten Schale - eine Linie, die ganz speziell für eine komplett andere Zielgruppe, als der für Rennsportler entwickelte Dobermann GP, konstruiert wurde. Die extrem weite Leistenbreite von 104 mm charakterisiert die Besonderheit die die Cruise-Familie ausmacht: den absoluten Komfort. Ohne die Performance und das Gefühl beim Skifahren zu beeinträchtigen, ist die Kunststoffdicke der The Cruise Linie etwas geringer, und die Technologien konzentrieren sich in erster Linie auf den Komfort. Das Adjustable Cuff Profile (ACP) ist ein einfaches Beispiel das den Komfortgedanken verdeutlicht – es erlaubt eine schnelle und einfache Erweiterung des Umfangs der Manschette des Skischuhs. Dank der zwei Schrauben im hinteren Bereich der Schale kann der Skifahrer die Passform in der Weite individuell anpassen und so mehr Komfort und eine natürlichere Position auf den Skiern zu erzielen. Diese grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Serien - Dobermann GP und The Cruise – sind extrem elementar, aber sie sind das Ergebnis der individuellen Ausrichtung dieses identischen Spritzgussverfahrens.

BI-INJECTION

Das ständige Streben nach Perfektion, hat unseren Weg schon immer bestimmt. Es hat uns angetrieben, permanent an einzigartigen Innovationen zu tüfteln, die unsere Produkte zu echten Meilensteinen in der Geschichte des Skischuhs machten. Die Weiterentwicklung der Mono-Injektion erlaubte uns höhere Kunststoffdichten zu erzielen. Dabei werden steifere Materialien mit weicheren kombiniert. Mit dem Ergebnis, dass sie den Fuß noch individueller umschließen. Die Einführung der Bi-Injektions-Konstruktionstechnik war ein wichtiger Schritt in unserem Produktionsprozess und sie macht den Hauptunterscheid für die einzigartigen Features unserer Machine-Produktfamilie aus. Für dieses raffinierte Verfahren haben unsere Entwickler getüftelt, alle bestehenden technischen Verfahren analysiert und noch weiter verbessert.

VON DER URSPRÜNGLICHEN SPEEDMACHINE ZUR NEUEN SPEEDMACHINE: ZWEI GENERATIONEN IM VERGLEICH

Der rote Faden, der sich durch die gesamte Geschichte der Bi-Injektion von Nordica zieht, kann anhand unserer absolut legendären Linie unserer Kollektion verdeutlicht werden: der Speedmachine (100 mm). Obwohl das nicht unser erste Bi-Injection-Linie war, sind die Speedmachine Modelle auch dank dieser Produktionstechnik - die wir im Laufe der Jahre permanent verbessert und perfektioniert haben - so erfolgreich geworden. Der Clou dieses Verfahrens ist die dadurch ermöglichte innovative Hybridschale. Diese besteht aus einem steiferen Material, das für eine präzise Impuls-Übertragung unerlässlich ist und einem weicheren Kunststoff. Das weichere Material kommt in exakt den Bereichen zum Einsatz, die den Fuß komfortabel umschließen. Mit dem Promachine (98 mm) und dem Sportmachine (102 mm) ist die Machine-Familie nun komplett – sie profitiert von dem ein uns selben Verfahren.
n diesem Jahr interpretieren wir das Original der erfolgreichen Machine-Familie völlig neu - dank eines sensationellen, innovativen Technologiesprungs. Die dritte Generation ist durch eine bi-injected Konstruktion völlig neu geprägt. Das Ergebnis wurde mit den folgenden Vorgaben völlig neu definiert: Harmonie, Performance, Kontrolle und Komfort. Der Speedmachine 3.0 ist eine echte Revolution - inspiriert von der Zahl drei, die ein Symbol der Perfektion ist.

Drei, genau so viele unterschiedliche Polyurethanarten kommen bei dieser Konstruktion zum Einsatz. Bei dieser neuesten Kombination dreht es sich um eine Ergänzung zu den beiden wichtigsten Komponenten, die für die Performance auf Schnee verantwortlich sind, d.h. dem harten, steifen und dem etwas flexibleren Kunststoffs. Von dem bisherigen Aufbau sind wir zu einer komplexeren, vollständig synergetischen Integration übergegangen. Diese wurde durch die raffinierte Honeycomb-Technologie möglich. Diese unglaublich innovative Schale, kombiniert, wie der Name schon sagt, verschiedene Kunststoffe perfekt miteinander - in einer Wabenstruktur. Der dritte Kunststoff besteht aus einem noch weicheren Material. Dieses Material kommt auf dem Rist zum Einsatz, genau dem Bereich des Fußes, der beim Ein- und Aussteigen in und aus dem Schuh höchst sensibel ist.

Die Analyse und der Vergleich zwischen den einzelnen Kategorien sind verantwortlich, dass wir die Entwicklungsschritte der einzelnen Skischuhe so unterschiedlich wählen. Von dem Granulat, das als Rohmasse eingesetzt wird, bis zur fertigen, glänzenden Schale.

Der technische Charakter dieser Produkte lässt sich aber nicht nur auf die Konstruktion der Außenschale reduzieren. Für ihn sind unzählig viele akribisch und individuell bestimmte Details und Komponenten verantwortlich. Jetzt musst du dich allerdings noch bis zum nächsten Kapitel gedulden. In dem werden wir uns mit weiteren technischen Themen befassen – und wir verraten dir darin noch mehr interessante und spannende Hintergründe.
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