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KITZBÜHEL SCHREIBT LEGENÄRE GESCHICHTEN.

Words: VITO ALBERTO AMENDOLARA - Photos: Pentaphoto

Es gibt Orte, die sich mit dem Sport, den sie repräsentieren, perfekt identifizieren. Der Center Court von Wimbledon steht für das berühmteste Event im Tennis, das Maracanã   ist das Stadion der Superlative im Fußball oder Monte Carlo die große Gala der Formel 1. Das Gleiche gilt für den Skisport - Kitzbühel ist ein unbestrittener, magischer Ort, der für diese Disziplin steht.   

Manche behaupten sogar, dass der Skisport in dieser Tiroler Enklave geboren wurde. Und obwohl es keine Dokumente gibt, die den Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte belegen, wurden die legendärsten Geschichten dieser Sportart zweifellos am Hahnenkamm geschrieben. 

Jedes Jahr, wird dieses Dorf in den Alpen seinem Ruf gerecht – und das bereits seit 1931. Weltweit unbestritten, ist die einzigartige und mitreißende Atmosphäre, die dort am Weltcup-Wochenende vorherrscht. Die Straßen von Kitz beben förmlich. Das sorgt für eine außergewöhnlich elektrisierende und ausgelassene Stimmung. Das Klirren der Bierkrüge, das beim Zuprosten auf die Sieger überall zu hörend ist und das emotionale Stimmen-Wirrwarr vermischen sich zu einem eigenen Soundtrack – einem der immer am letzten Wochenende im Januar ertönt. 

Wenn man zu den Pisten hinaufsteigt, kann man nach einem kurzen, angenehmen Spaziergang die Eisenbahnschienen sehen, die den Ort in zwei Hälften teilen: Sie trennen die Party vom Sport, die Fans von den Champions. Es kommt häufig vor, dass man gemeinsam mit einer immer größer werdenden Menschenschar, vor den heruntergelassenen Schranken, den tosend passierenden Zug abwarten muss. Auch das ist eine Besonderheit von Kitzbühel. 
Ja, das metallische Getöse, das nicht zu überhören ist, wenn die Waggons über die Schienen donnern, ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Es ist selten, dass ein Dorf in den Alpen einen Bahnhof hat: Völlig komfortabel verbindet die Zugstrecke alle wichtigen österreichischen Städte mit Kitzbühel. Eine ideale Anbindung für die Fans, die das Spektakel dieser legendären Skirennen nach einer staufreien Anreise genießen können. 

Wenn sich die Schranke wieder öffnet, bewegt sich der Strom erneut, bis er am Fuße des Hahnenkamms sein Ziel erreicht. Hier schmückt der Zielbogen die berühmte Streif in ihrer ganzen Majestät. Sie ist viel mehr als nur eine Piste, sie ist zum Synonym für den Downhill geworden. Und wenn man sie betrachtet, scheint die Streif einen Körper und eine Seele zu haben. 

Ein Körper, hart wie Eis, glitzernd und glatt. Mit allen Schattierungen - blau am Morgen und silbrig in der Sonne. Ein unbezähmbarer Geist, der dem eines wilden Tieres entspricht. Mit seinen Wellen, seinen Neigungswechseln, die teilweise völlig ins Unvorhersehbare führen. Mit gewaltigen Überraschungen, die sämtliche Muskeln und den Geist durchschütteln.  

Nur die Mutigsten schaffen es den Zielbogen der Streif zu passieren. Wer zögert und nicht völlig fokussiert auf der Strecke ist, wird aus dem Lauf katapultiert und muss das mit blauen Flecken am ganzen Körper büßen. Unser Spitzenathlet Dominik Paris, der das Rennen bereits mehrfach dominiert hat und schon dreimal die legendäre Abfahrt und einmal den Super G gewann, erklärt: "Wer sich davor fürchtet, kann nicht gewinnen".

In den adrenalingeballten knappen zwei Minuten, die die Athleten für die Strecke benötigen, gibt es für die Fotografen einige einzigartige Spots, die Garanten für großartige Schnappschüsse sind. Auf die Plätze, fertig, los: Schon nach wenigen Sekunden fällt man in die Mausefalle. Die Mausefalle ist ein Schlüsselstelle, die die Athleten zu einem spektakulären 80 m langen Sprung herausfordert. Dort ziehen sich die Mägen zusammen, während die Knie bei der Landung alles abfedern müssen. Diese Herausforderung hat schon sehr viele der Top-Athleten in die Fangnetze geschickt.

Nachdem man seinen Mut unter Beweis gestellt hat, ist es an der Zeit, sein technisches Können in der doppelten Steilkurve des Steilhangs unter Beweis zu stellen. Hier darf man nicht an Geschwindigkeit verlieren und die Ausrüstung wird zum entscheidenden Faktor. Deshalb präpariert Sepp Zanon, der bewährte und vertraute Servicemann von Domme, wie ein Besessener seine Skier für die Streif, auf der es auf jede Hundertstelsekunde ankommt. 

Dann, im letzten Teil des Rennens, tut sich eine der kompliziertesten technischen Passagen auf. An der Hausbergkante sind schon viele Träume vom Ruhm geplatzt. Eine sehr steile Diagonale, bei der die Quadrizeps vor Ermüdung explodieren und vor Schmerz schreien. Das ist die letzte und kniffligste Prüfung vor dem finalen Schusspart.

Die Durchquerung des Zielbogens ist eine unbeschreibliche Herausforderung auf der ganzen Linie, bei der selbst ein Terminator wie Arnold Schwarzenegger hinter seiner dunklen Brille nicht anders kann, als bewundernd zu jubeln. Er ist nicht der einzige Prominente, der das Parterre von Kitz betritt, aber der Jetset, der die Tribünen der Streif belebt, ist nur ein Nebendarsteller für die wahren Helden: die Sportler. 

Kitzbühel zu gewinnen, soll wertvoller sein als olympisches Gold. Den goldenen Steinbock in den Händen zu halten, ist der Adrenalinkick, der alle Opfer einer ganzen Karriere aufwiegelt. Der eigene Name auf einer der gelben Gondeln, die zum Start des Hahnenkamms hinaufführen, ist eine wertvolle Erinnerung an die Helden der Streif.

Wir hingegen, unabhängig ob wir vor Ort sind oder gemütlich vor dem Fernseher sitzen, empfinden alle dasselbe: Das schönste aller Rennen, ist unfassbar mitreißend.

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