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Eine Powerfrau

Im Gespräch mit Nordica Pro Riderin Caroline Gleich

Von Lori Knowles

Es gibt einerseits Personen in Action und andererseits die Actionverrückten – diejenigen, die mit aller Willenskraft und Anstrengung das Übermenschliche und herausragende Glanzleistungen erreichen wollen. In der Skiwelt triffst du einige dieser Verrückten. Wie die Nordica Athleten Rory Bushfield, Felix Neureuther, Dominik Paris und besonders hervorzuheben Caroline Gleich.

Seit 10 Jahren ist Caroline Gleich als Ski Model in der Freeskierszene unterwegs. Ihr Gesicht und ihre Leistungen glänzten nicht nur auf dem SKI Magazine Cover sondern auch als Freeriderin in Warren Miller Filmen (Like There’s No Tomorrow). Caroline war der erste  Skistar, der  für gemeinnützige Projekte wie das Blue Climate und Oceans Projekt als Botschafterin unterwegs war und dafür ausgezeichnet wurde.  Seit ihrem 18ten Lebensjahr ist sie in der professionellen Szene am Start, wenn es darum geht in die Tiefe der gigantischen Bergwelt einzutauchen und unglaubliche Steilhänge sowie spaltendurchzogenen Gletscher zu befahren.

Wenn du dich jetzt, gut 10 Jahre später mit Caroline unterhältst, wird sie dir sagen, dass sie erst durch das Freeriden zu sich selbst findet. „Es erfordert so viel Zeit sich mit der Sicherheit im Schnee auszukennen und die nötige Intuition am Berg zu erlangen. Man braucht einiges an Erfahrung um sich in der mächtigen Bergwelt zu Recht finden zu können. Ich bin gerade dabei diese Puzzleteile zusammenzusetzen.“
Caroline wuchs genau wie Lindsay Vonn in Minnesota auf und wurde ebenso früh vom Skifieber gepackt. Um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren fuhr sie kleine Hügel im mittleren Westen, später fuhr sie regelmäßig zusammen mit ihrer Familie in die größeren Berge von Utah. Im Alter von 18 Jahren erzählte sie ihren Eltern, dass sie eine Profiskifahrerin werden möchte. Diese sagten nur: „Geh zur Schule! Mache einen Abschluss! Finde einen anständigen Job!“

Trotz ihrer Bedenken, versuchte die Familie die Träume ihrer Tochter mit Hilfe eines Mentors zu ermöglichen. Ihre Trainerin und Wegbereiterin Kristen Ulmer lehrte sie von Beginn an all die wichtigen Tipps und Tricks, wie den geschickte Umgang mit Sponsoren und Fotographen, um sich in der taffen Skibranche durchboxen zu können. Caroline erzählt: „Manchmal fuhren wir Ski, manchmal benötigte ich sie als persönlichen Berater, manchmal arbeiteten wir an den Grundlagen des Business – ansprechen von Sponsoren, die richtigen Turns für gute Bilder fahren...  Vielen Profis fehlt es an der nötigen Professionalität. Kristen lehrte mich das Skifahren ernsthaft zu betreiben und es als eine Karriere anzusehen. Schlussendlich wollte ich es dann auch zu meiner Karriere machen.“

Als sie ihre Profikarriere  startete, erhielt sie einen Platz im Nordica Freeride Team, wurde von Patagonia eingekleidet und erschien in Hochglanzzeitschriften wie die Powder, Outside und Men’s Journal.

Nichts desto trotz absolvierte Carolin ihren Abschluss „magna cum laude“ an der Universität Utah mit dem Bachelor of Science in Anthropologie im Jahr 2010, den sie wie erwähnt ihrer Familie versprochen hatte. Sie selbst sagt, Ihre Anthropologieübungen hätten ihr in einer überraschenden Art und Weise auch bei ihrer Skikarriere geholfen. „Ich werde von Firmen wie Nordica öfter um meine Meinung zu Grafiken und Designs gefragt.  Um hierbei helfen zu können brauche ich ein gewisses Verständnis für den Stamm – den Stamm der Skier. Dazu muss ich meine Forschungen in einen kulturellen Kontext bringen, die Anforderungen der Skifahrer betrachten oder die Funktionalität des Produktes. Fasst man dies alles zusammen, benutze ich schlussendlich die Anthropologie.“

Laut Caroline gab es jüngst einen Wechsel in der Herangehensweise an ihre Karriere. Sie begann zunehmend das Skibergsteigen als ihr zentrales Ziel anzusehen und realisierte, dass Fitness und Training die Schlüssel des Erfolg und Fortschritt sind. Die schneefreie Zeit widmete sie dem Klettern und Wandern im Wasatch Gebiet, welches nicht weit entfernt ist von ihrem Zuhause in der Nähe von Salt Lake City. „Letzten Sommer arbeitete ich richtig an meiner Ausdauer“, erklärt sie. „Diesen Sommer lag mein Fokus auf meiner Klettertechnik. Diese ist sehr wichtig für das Skibergsteigen. In der Lage zu sein, ein Seil schnell und effizient auszulegen, hilft dir deine Risiken im Griff zu behalten. Das waren Fähigkeiten dich ich bisher nicht hatte – Geschwindigkeit bedeutet Sicherheit in den Bergen. Ich möchte mir selbst der kompetenteste Partner sein und nicht von jemandem anderen abhängig.”
Als Skibergsteigerin bestieg und befuhr Caroline viele Bergketten - ihr jetziger Trip nach Alaska mit ihrem Ausstatter Patagonia war, in vielerlei Hinsicht, das erste Mal für die junge Skifahrerin – mehr über ihr Alaska Abenteuer erfahrt ihr hier.

Zukünftig hofft Caroline darauf, dass sie ihr neu gelegter Focus und das zusätzliche Training in weitere spektakuläre, schneeüberzogene Teile der Welt bringen wird. Auf ihrer Hit-Liste ganz oben stehen das Himalaya, das Karakorum Gebirge und die Cordillera Blanca zu befahren.

Trotzdem ist Caroline Gleich zuhause in Utah genauso glücklich. Im Winter beim Skifahren in  Snowbird, Alta oder Brighton und im Sommer beim Wandern im Wasatch Gebiet. „Einmal hatte ich diese romantische Vorstellung in einem Van zu leben und ununterbrochen herumzureisen. Aber ich liebe es hier zuhause in Utah. Die Flughäfen sind sehr nah, ich habe ein Haus und kann zusätzlich den einmaligen Utah Powder vollends genießen.“

 

Lori Knowles
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