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DIE STÄRKE DER TRADITION

Nordica krönt seine 80-jährige Schuhmacher-Historie mit der Promachine

TEXT Donny O’Neill  - FOTOS Evan Williams

Wer an Skischuhe denkt, denkt an Nordica. Das erklärt mir Luka Grilc, der Internationale Business Unit Manager des Unternehmens, am Telefon. Er sitzt währenddessen in seinem Auto und pendelt von Nordicas Headquarter, dem italienischen Giavera Del Montello, nach Hause. Zuhause ist bei ihm Slowenien – das liegt ungefähr drei Fahrstunden entfernt. Er erklärt mir locker, dass er vier Tage in Italien arbeitet und den Rest, von Freitag bis Sonntag mit seiner Familie zu Hause verbringt. Während unserem Gespräch wird mir bewusst, wie das sein großes Engagement wiederspiegelt, mit dem er seinen Job ausübt.  

Schnell stelle ich fest, dass dieses Engagement und diese Leidenschaft im gesamten Unternehmen gelebt wird. Stolz auf die fast 80-jährige Unternehmensgeschichte, arbeitet jeder einzelne Mitarbeiter passioniert und akribisch an den Skischuhen und leistet seinen Beitrag, dass sie die Besten sind.

Vor drei Jahren brachte Nordica die Skischuh-Familie „Machine“ auf den Markt. 2018/19 wird diese Line um ein weiteres Highlight, die neu entwickelte Promachine, ergänzt. Das Ziel, die Nummer eins zu werden, wird der Ski- und Schuhspezialist erreichen, wenn er weiterhin seine Stärken ausspielt, den Kunden zuhört, an Innovationen und modernen Designs tüftelt und das Bewährte nicht über Bord wirft.

Die Brüder Adriano und Oddone Vaccari, gründeten 1939 Nordica - eine Premium-Schuhfabrikation in Montebelluna, Italien. Zuvor waren sie viele Jahre als Lederhändler tätig. Mit der zunehmenden Popularität des Skifahrens erkannten die mutigen Unternehmer die Geschäftsmöglichkeiten und nahmen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Manufaktur von Skischuhen aus Leder auf.

„Die Entwicklung von Kunststoff-Skischuhen sorgten für einen großen technischen Fortschritt in der Skigeschichte“, erklärt Ethan Korpi, Produktmanager für Nordica USA. „Nordica war der absolute Pionier dieser Innovation.“

In den folgenden drei Jahrzehnten machte sich Nordica, in der damals traditionell konservativen Ära, mehrfach einen Namen, als Innovator für Skischuh-Entwicklungen. 1972 brachte Nordica, mit Hilfe des höchst respektierten Skischuh-Entwicklers Sven Coomer, den Astral Slalom auf den Markt und verkaufte 400.000 Paar. Er hatte einen ledernen Innenschuh – das war das erste Skischuh-Modell, das überhaupt mit einem Innenschuh gefertigt wurde. Um ihn herum wurde eine hohe Schale geformt und damit er schnell und einfach geschlossen werden konnte, wurden fünf Schnallen mit Rasterverschlüssen angebracht. Wegen seiner leuchtend gelben Schalenfarbe, wurde er „die Banane“ genannt. Aber Sven Coomer gab sich mit dieser revolutionären Lösung noch nicht zufrieden. Er war bestrebt, einen leichteren Schuh mit einem reaktionsschnelleren Flex zu entwickeln. Dazu arbeitete er interne und externe Rippen ein. Das war die geniale Lösung der Problematik, dass Skischuhe sich unter Belastung tendenziell immer etwas verbogen und verdreht hatten.

Das Modell Grand Prix war zu diesem Zeitpunkt, von der Performance in punkto Fersenhalt, Reaktionsgeschwindigkeit und Seitensteifigkeit, unerreicht. Kein Wunder, dass es in den zwei darauffolgenden Jahrzehnten, als einer der gefragtesten Skischuhe unter alpinen Weltcup-Athleten galt. Steif, reaktionsschnell und performance-orientiert – das waren seine Attribute und die treffen auch heute noch kompromisslos auf alle Nordica Skischuhe zu.

1999 wurde der Grand Prix überarbeitet und bekam einen neuen Namen: Dobermann. „Die Performance des Dobermanns gilt als Benchmark, wenn es um klassische Skischuhe und Rennsport-Modelle geht“, sagt Luka Grilc. Die Schale hatte eine dickere Wandung, als die meisten Modelle, die es damals gab. Dadurch konnte - ohne Performance-Verlust - ein weicherer Flex erzielt werden. Er war auch der erste Skischuh, der genietete Manschetten verwendete, um die Geometrie des menschlichen Sprunggelenks möglichst identisch zu imitieren. Seither kann eine wesentlich präzisiere und direktere Kraftübertragung auf die Skikanten erzielt werden.

Großartige Athleten, wie Kjetil André Aamodt, Bode Miller, Giuliano Razzoli und André Myhrer, haben in ihren Dobermann-Rennsport-Skischuhen sensationelle Erfolge eingefahren und Olympia-Medaillen gewonnen. Der Dobermann, entwickelte sich zu den begehrtesten High-Performance Skischuhen mit vier Schnallen. Und obwohl er für den Rennsport entwickelt wurde, ist er gleichermaßen unter erfahrenen, sportlichen Freizeitskifahrern begehrt. Bei allen, die eine kompromisslose Performance schätzen.

Nordica Skischuh-Produktionsstätte damals (oben) und heute (unten).

Promachine 115 W, Speedmachine 115 W und Sportmachine 95 W für 2019.

Promachine 130, Speedmachine 130 und Sportmachine 130 für 2019.

 
 

 „Damals gab es nichts, was auch nur annährend mit unseren Dobermann Modellen vergleichbar war“, erklärt Korpi. „Wenn man sich heute im Weltcup die Rennsport-Modelle anschaut, ähneln sich alle in der Funktion. Wir waren damals definitiv der Vorreiter und unserer Zeit voraus.“

2016 hatte Nordica die Konstruktions-Prinzipien des Dobermanns mit einer Reihe innovativer Technologien kombiniert. Daraus entstand die Speedmachine. Leicht, komfortabel und modern - ein Freizeit-Skischuh mit einzigartiger Weltcup-Rennsport-Performance. Aufgebaut auf einem 100 mm Leisten, bietet er einer breiten Zielgruppe eine ausgezeichnete Passform. In den zwei darauffolgenden Jahren, folgte die Sportmachine auf einer Leistenbreite von 102 mm und als Highlight brachte Nordica die Promachine mit einem Leisten von 98 mm auf den Markt. Alle drei Modell-Linien decken das gesamte Spektrum, unterschiedlichster Passformen und Leistungsklassen des sportlichen Bereichs, ab. 

Aber so erfolgreich, wie die Entwicklung der Machine-Familie auch ist, müssen wir zugeben, dass es zwischendurch Stolpersteine gab. Während permanente Innovationen schon immer das Fundament, der langen Historie von Nordica waren, hat das Unternehmen gelernt, dass noch weitere Komponenten für den strategischen Unternehmenserfolg von Bedeutung sind. Bewährte Entwicklungen dürfen nicht über Bord geworfen werden und auch das Zuhören und Eingehen auf die Wünsche von treuen Kunden, hat an Priorität gewonnen.

Vor acht Jahren, im Jahr 2010, verkauften weltweit hunderte von Sportgeschäften das Vorgänger-Modell der Speedmachine. „Es hat geboomt und war ein absoluter Selbstläufer“, erklärt Korpi. „Die Händler kauften zwanzig Speedmachines und verkauften zwanzig - jedes Jahr.“ Trotz der enormen Nachfrage nahm Nordica sie vom Markt. „Wir haben entschieden und sagten: das Modell ist zu langweilig, wir haben es schon zu lange und wir müssen innovativ sein. Manche Innovationen haben auch einen negativen Effekt“, warnt Korpi.

Nordica konzentrierte sich auf eine neue dreiteilige Konstruktion mit drei Schnallen, namens Firearrow. Gleichzeitig wurde bei dem neuen Schuh der traditionelle Flex-Index gegen den Dynamic Performance Code ausgetauscht. Mit Hilfe dieser Technologie konnte die ursprüngliche Steifigkeit von Flex und Rebound in drei Leistungsstufen gesteigert und justiert werden. 
"Es war es ein Versuch, eine Marketing-Geschichte über den Flex des Skischuhs zu inszenieren", erklärt Korpi. "In Wirklichkeit haben wir damit aber unsere Kunden, die Verkäufer in den Geschäften, ja und selbst unsere eigenen Handelsvertreter völlig verwirrt...schlussendlich haben wir aufgegeben."

Nordica erkannte, wie wichtig es ist, an den eigenen Stärken festzuhalten, innovativ an Komfortverbesserungen zu arbeiten, um wesentlich mehr Kunden unterschiedlichster Leistungsstufen zu gewinnen. 
Gleichzeitig müssen aber die Bedürfnisse der sportlichen, fortgeschrittenen Skifahrer erfüllt werden: mit performance-orientierten Skischuhen, die mit vier Schnallen perfekte Anpassungsmöglichkeiten bieten. Nordica hat sich auf sein Versprechen rückbesonnen. Das gemeinsame Vertrauen zwischen der Marke und seinen loyalen Kunden zu stärken. Somit hat man wieder zugehört und Wünsche und Bedürfnisse aufgenommen. 
„Heute sind wir konsequent in unserer Markenbotschaft und Produktentwicklung. Wir ändern nicht die Richtung von rechts auf links - das sorgt nur für Verwirrung", erklärt Luka Grilc. "Diese Kontinuität ist sehr wichtig, denn dadurch schaffen wir langfristig ein hohes Vertrauen in die Marke."

Die drei Linien der „Machine“ Familie sind das Ergebnis des erneut entfachten Engagements, das Nordica seinen Kunden schuldig ist - Skischuhe, die das Vertrauen und die Loyalität der letzten 80 Jahre wiederspiegeln. 

Unter dieser Prämisse haben die Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung an neuen Skischuh-Konstruktionen getüftelt. Sie erfüllen sowohl die Bedürfnisse der sportlich-rennambitionierten Skifahrer, wie auch die, der Freizeit-Skifahrer. Sie unterstützen die Fähigkeiten aller Skifahrer bestmöglich, sind leicht und so komfortabel, dass sie den ganzen Tag bequem sind – und das an jedem Skitag. 

Thomas Phillips, ist ein erfahrener Hartwaren-Einkäufer von Summit Sports aus Michigan. Er findet den Relaunch der Serie großartig. „Diejenigen von uns, die die Speedmachine- und Sportmachine Modelle von früher noch kannten, waren unglaublich begeistert, als sie hörten, dass die Serie neu aufgelegt wird. Du kannst noch so viel Marketing machen, am Ende muss das Produkt überzeugen“, erklärt er. „Als wir 2017 die neue Speedmachine vorgestellt bekamen, tat sie genau das – sie überzeugte uns sofort und zwar alle - die erfahrenen Experten und die neuen Boot-Fitter.“ 

Phillips hebt die unglaubliche, Passform, die die „Machine“ bereits standardmäßig „out of the Box“ auszeichnet, hervor. Zusätzlich überzeugt die Performance für die Nordica ebenfalls steht. „Es war vorprogrammiert, dass Nordica mit der Promachine souverän in eine ausgezeichnet erfolgreiche Saison starten wird. Es gibt enorm viele Skifahrer, die immer noch auf der Suche nach einem erstklassigen performance-orientierten Skischuh sind, bei dem die Schale, der Innenschuh und die Komponenten einfach und individuell angepasst werden können – das alles garantiert die Promachine.“

Das Fundament der Machine-Serie ist die Tri-Force-Matrix Schalen-Technologie von Nordica. Die Konstruktion zeichnet sich durch drei unterschiedliche Steifigkeiten des Polyurethan-Materials aus: soft über dem Spann für den einfachen Ein- und Ausstieg, etwas steifer an der Vorderseite der Manschette und am oberen Rand und ein noch steiferes Material am Heck und im unteren Bereich des Skischuhs. Das steifere Polyurethan gibt dem Skifahrer den größten Support an den Stellen, die für die Kraftübertragung verantwortlich sind, während das weichere Material mit Hilfe des patentierten InfraRed-Heizsystems individuell angepasst werden kann. Im Tri-Fit-Anpassungs-Prozess, wird die Nordica InfraRed Technologie zum punktuellen Anpassen der Schale, eingesetzt. Und zwar exakt dort, wo es notwendig ist - im Allgemeinen an den weicheren Polyurethanflächen. Der große Vorteil ist, dass keine Schäden oder Materialermüdungen an der Schale entstehen. 

Nordica verwendet für seine Innenschuhe Kork im Knöchelbereich. Das Korkmaterial passt sich mit der Zeit, durch die Körperwärme der Fußform an - und das ohne zusätzliche Wärmezufuhr. Durch die Weiterentwicklung dieser innovativen Technologien, wird Nordica mit der Machine-Familie den Durchbruch erzielen.  

„Jetzt haben wir die Highlights des Dobermanns in die moderne Konstruktion der Machine Familie einfließen lassen – mit der Promachine setzen wir völlig neuen Maßstäbe“, erklärt Luka Grilc. „Wir haben unsere bestehenden Kunden zufrieden gestellt, aber auf der anderen Seite auch auf die aktuellen Bedürfnisse des Marktes reagiert und das ist uns richtig gut gelungen. Die Bestätigung ist, dass die Speedmachine in vielen Märkten, bei den Abverkaufs-Zahlen der Skischuhe auf Platz eins liegt.“ 
Korpi fügt hinzu: „Es ist ein sehr ehrliches Produkt, das optimal passt, sich genial fährt und uns zeigt, wo wir mit unserer Marke stehen.“ 

Nordica hat sich über 79 Jahre mit viel Passion zu einem erfahrenen, globalen Premium Skischuh-Hersteller entwickelt und pflegt mit seinen Kunden ein sehr vertrauensvolles, loyales, partnerschaftliches Verhältnis. Die erfolgreiche Geschichte wird sich auch in 2019 und der weiteren Zukunft fortsetzen – indem man das Bewährte aus der Vergangenheit weiterverfolgt, offen für jegliches Feedback von außen ist und permanent an neuen Technologien und Verbesserungen arbeitet. 

„Wir sprechen über eine fast 80-jährige Historie“, erinnert Luka Grilc, bevor er am Telefon auflegt und seine Fahrt nach Hause fortsetzt. „Wenn du durch unser Lager und die Produktion läufst, nimmst du die beeindruckende Unternehmensgeschichte wahr. Dort wurden schon Millionen Skischuhpaare gelagert – Skischuhe für die sich unsere Kunden entschieden haben. Nordica hat mit seinen Technologien und Patenten, über die ganzen Jahre hinweg, wesentlich zur Weiterentwicklung von Skischuhen beigetragen.“ 
Und ich muss zugeben, er hat recht. Es gibt weltweit hunderttausende zufriedene Nordica Kunden, die die Marke lieben und keiner anderen trauen würden. Jetzt verstehe ich, was er meinte, als er eingangs sagte, wer an Skischuhe denkt, denkt an Nordica. 

 

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